Die AGCO Future Farm: ein Modell für nachhaltige Landwirtschaft in Afrika

Eröffnung der AGCO Future Farm

Tom Welke (Senior Vice President, Global Grain and Protein, AGCO), Given Lubinda (Agarminister von Sambia) und Rob Smith (General Manager Europa, Afrika und Mittlerer Osten) bei der Eröffnung der Future Farm © AGCO

 

Der Landmaschinenkonzern AGCO hat am 27. Mai seine erste Modellfarm in Afrika offiziell eröffnet. Die sogenannte “Future Farm” befindet sich in der Nähe von Lusaka in Sambia und hat das Ziel, nachhaltige Landwirtschaft in Sambia und Nachbarländern zu fördern und die dort ansässigen Landwirte zu schulen.

Aus diesem Grunde ist der neu eröffnete Bauernhof als Farm- und Lehrzentrum konzipiert, in dem eine nachhaltige und effiziente Landwirtschaft praktiziert wird. Die Zukunfts-Farm hat eine Fläche von 148 Hektar, auf der Mais, Soja, Sonnenblumen, Maniok, Erdnüsse, Hirse, Augenbohnen und Weizen angebaut werden. Dadurch sollen die afrikanischen Landwirte angeregt werden, sich für eine ähnliche Kulturenvielfalt zu entscheiden und ihre Fruchtfolgen sinnvoll zu regeln.

Neben Ackerbau wird in der Future Farm Geflügelhaltung betrieben und auch im Hinblick auf Getreidelagerung soll die Farm ein Vorbild sein. Denn in vielen afrikanischen Ländern liegen die Verluste von Erträgen nach der Ernte bei 30% bis 50%, da das Getreide nicht fachgerecht gelagert wird und so Schädlingen oder der Feuchtigkeit zum Opfer fällt. Die vorhandenen Erträge richtig zu lagern und so nutzbar zu machen, trägt erheblich zur Steigerung der Nahrungsmittelproduktion in Afrika bei.

Ressourcen effizienter nutzen

Auch für den Anbau vermittelt die Future Farm effizientere Methoden, da viele afrikanische Bauern bislang nicht einmal die Hälfte der Erträge erzielen, die auf ihren Flächen möglich wären. Dabei spielt vor allem eine fortschreitende Mechanisierung eine Rolle, da nur dank der neuen Technologien der steigende Bedarf an Nahrungsmitteln auf Dauer gedeckt werden kann.

“Afrika hat im Landmaschinensektor ein enormes Wachstumspotenzial, und für den afrikanischen Kontinent haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, allen Landwirten Lösungskonzepte für ihre Arbeit zu bieten. Durch die Future Farm werden lokale Gemeinden befähigt, ein System für nachhaltige Lebensmittelproduktion zu entwickeln und die Produktivität ihrer Betriebe durch den Einsatz moderner landwirtschaftlicher Techniken zu steigern”, erklärte Rob Smith, Senior Vice President und Geschäftsführer von AGCO für Europa, Afrika und den Nahen Osten bei der Eröffnungszeremonie in Anwesenheit des sambischen Agrarministers Given Lubinda.

mais_hand-540x304

Die afrikanischen Bauern sollen nicht nur auf Mais setzen, sonder vielfältige Kulturen anbauen © Getty Images

 

In der Future Farm wird die Ackerfläche ausschließlich mithilfe von Maschinen aus dem Sortiment der AGCO-Gruppe bewirtschaftet. Für den AGCO-Konzern, zu dem unter anderem die Marken Fendt, Massey Ferguson, Valtra und Challenger gehören, ist die neue Demonstrations-Farm also auch eine Möglichkeit, ihre Führungsposition in Afrika weiter auszubauen. Bereits seit vielen Jahren ist AGCO Marktführer in Afrika, mit Massey Ferguson als der am weitesten verbreiteten Landtechnikmarke in vielen Ländern des Kontinents.

AGCOs weiteren Strategie besteht nun darin, speziell auf die Bedürfnisse des afrikanischanischen Marktes abgestimmte Maschinen zu konzipieren. So gab Rob Smith in Lusaka an: “Einschließende, nachhaltige Mechanisierung bedeutet für uns, dass wir unsere Produkte mit Blick auf Afrika gestalten. Es bedeutet, dass wir unsere Produkte auf dem Kontinent entwickeln und Produkte und Kunden lokal mit Teilen aus unserem neuen Logistikzentrum in Johannesburg beliefern. Es bedeutet, dass Landwirten vor Ort grundlegende landwirtschaftliche Methoden vermittelt werden und Maschinenarbeiter, Mechaniker sowie unsere lokalen Händler in der Bedienung, Wartung und Instandhaltung landwirtschaftlicher Geräte geschult werden.”

Die Future Farm als Schulungszentrum

Denn ohne Fachkenntnisse und agronomisches Verständnis nützt auch die beste Landtechnik nichts. Daher wurden auf AGCOs Future Farm zwei Bildungszentren, eines für Mechanisierung und eines für Geflügel und Getreide, eingerichtet. Dort können Landwirte mit Betrieben aller Größen an Schulungen zu Themen wie Proteinproduktion, Getreidespeicherung, Agronomie, Nacherntelösungen und landwirtschaftliche Technologien teilnehmen.

AGCO hat die Fläche bereits im Jahr 2012 erworben und am 4. Juni 2012, also vor genau drei Jahren, mit der Errichtung des Farm- und Lehrzentrums begonnen. Während dieser Zeit hat der Konzern wichtige Partner gewinnen können, die ihn bei dem Projekt unterstützen. In naher Zukunft plant AGCO eine weitere Future Farm in Nigeria, einem frankophonen afrikanischen Land, das nach Angaben von Martin Richenhagen, dem CEO von AGCO, ebenfalls ein wichtiger Absatzmarkt für AGCO-Landmaschinen ist.

About Lisa Amhofer

Als Community Managerin und Bloggerin schreibe ich Artikel für den Blog von Agriaffaires. Ich interessiere mich für aktuelle Themen aus den Bereichen Landwirtschaft und Landtechnik. Auf unserem Agrar-Blog berichte ich deshalb über Traktoren und Co, deren Hersteller, aktuelle Ereignisse und Events und noch viel mehr!