Landmaschinen: Rückgang der Investitionen erwartet – doch das Schlimmste ist vielleicht schon vorüber

Die Zahlen, die im Anschluss an die vor knapp einem Monat zu Ende gegangenen Agritechnica veröffentlicht wurden, bestätigen, was viele bereits ahnten: die Branche muss sich auf ein schwieriges Jahr 2016 einstellen und die Investitionen in neue Landmaschinen werden voraussichtlich so niedrig bleiben wie im Jahr 2015. Doch es besteht Hoffnung, dass der tiefste Punkt bereits überschritten ist.

Die Verkäufe von Traktoren und Landmaschinen aller Art sind 2015 in allen großen europäischen Ländern abgesunken, wobei das Vereinte Königreich am härtesten getroffen wurde. Mit einem Rückgang von wahrscheinlich 15% bis zum Jahresende liegt Großbritannien vor anderen großen Märkten wie beispielsweise Deutschland, wo der Rückgang voraussichtlich bei rund 10% liegen wird, so der europäische Dachverband der Landtechnikindustrie CEMA. Der CEMA zufolge sind die Traktorverkäufe überall in Europa sehr niedrig, was zur Folge hat, dass der Markt insgesamt um rund 7,1% zurückgeht. Doch während die Nachfrage 2016 weiterhin niedrig bleiben wird, so werden einige Länder zumindest eine Stabilisierung ihres Marktes erleben, so die CEMA.

In Deutschland und Frankreich soll der Markt noch etwas zurückgehen, während vorausgesagt wird, dass sich die Nachfrage in Großbritannien und Italien stabilisieren wird. Bessere Aussichten gibt es für Spanien, das im Jahr 2015 bereits ein Wachstum der Nachfrage von 6% erlebt hat und, so nimmt man an, im Jahr 2016 einen weiteren leichten Anstieg erleben wird.

Der europäische Markt für Mähdrescher ist um 5% gesunken, bedingt durch schlechte Verkäufe in Großbritannien, Frankreich, Spanien und den Niederlanden. Etwas besser sah es dagegen in Deutschland und Italien aus und die Verkäufe haben augenscheinlich ihren Tiefstand erreicht, sodass es 2016 nicht zu einem weiteren Absinken kommen wird. Andere kostspielige Maschinen wie Rund- und Quaderballenpressen haben im Jahr 2015 große Absatzrückgänge verzeichnet, vor allem in Großbritannien und Frankreich. Doch es gibt auch gute Nachrichten: die Nachfrage nach Pflanzenschutzspritzen wird kommendes Jahr voraussichtlich in allen europäischen Ländern ansteigen.

Umfrage unter Besuchern der Agritechnica

Gleichzeitig hat eine Umfrage unter über 5000 Besuchern der Agritechnica ergeben, dass 71% der Befragten beabsichtigen, 2016-17 Investitionen zu tätigen. Das bedeutet einen Rückgang von 4% im Vergleich zur letzten Ausgabe der Agritechnica. Die Anzahl der Befragten, die planen, in demselben Zeitraum ihren Maschinenbestand zu erneuern, ist von 57% auf 52% zurückgegangen. Rund 8% der Besucher gaben an, dass sie in den nächsten zwei Jahren keine Investitionen planen. 2013 lag dieser Anteil noch bei 5%.

Da geschätzte drei Viertel der Besucher der Agritechnica aus Deutschland kamen, sind die Ergebnisse der Umfrage leicht verzerrt, doch sie geben gute Hinweise darauf, auf welchem Weg sich die Branche dieses Jahr befindet, erklärt die DLG, die die Messe organisiert und die Umfrage in Auftrag gegeben hat. Sie gab ebenfalls Aufschluss über die durchschnittliche Betriebsgröße der Landwirte, die die Messe besucht haben. Aus diesen Angaben können Rückschlüsse über die Entwicklung der Betriebsgrößen gezogen werden. Rund 8% der befragten Besucher gaben an, dass sie eine Fläche von über 2001 Hektar bewirtschaften. Diese Zahl ist 2% höher als 2013. Demgegenüber ist die Zahl der Landwirte mit Flächen von 301 – 500 ha, 501 – 1000 ha und 1001 – 2000 ha um jeweils 1% angestiegen und liegt nun bei 8%, 6% und 5%. Die Mehrheit der Besucher (30%) bewirtschaften eine Fläche zwischen 101 ha und 300 ha. 2013 waren es 28%.

About Lisa Amhofer

Als Community Managerin und Bloggerin schreibe ich Artikel für den Blog von Agriaffaires. Ich interessiere mich für aktuelle Themen aus den Bereichen Landwirtschaft und Landtechnik. Auf unserem Agrar-Blog berichte ich deshalb über Traktoren und Co, deren Hersteller, aktuelle Ereignisse und Events und noch viel mehr!